Der Schneball rollt an, und er ist gewaltig
Nachdem die ersten Lektüren die ich mir zur Brust genommen habe, eher Zufallsfunde waren, habe ich heute die ersten beiden Bücher aus meiner - bisher noch bescheidenen - Literaturliste näher unter die Lupe genommen.
Gleich das erste Werk Russland und Europa - "Studien zur russischen Deutschlandpolitik in der Zeit des Wiener Kongresses" von Ulrike Eich war eine herbe Enttäuschung. Denn der Untertitel spiegelt den Inhalt des Werkes - zu meinem Nachteil - recht präzise wieder und ist in diesem Detailgehalt für meine Überblicksarbeit kaum brauchbar.
Kaum zu glauben, das zweite Buch mit selbigem Titel "Rußland und Europa" von Wolfgang Geier ist genau das Gegenteil von Eichs Werk (eine Diss übrigens). Hier habe ich absolut ins Schwarze getroffen. Was mir noch einmal vor Augen führt welche zentrale Rolle Quellen in der wissenschaftlichen Arbeit überhaupt spielen. Seine Arbeit ist außerdem nicht nur sehr brauchbar, sondern - für ein wissenschaftliches Werk nicht unbedingt selbstverständlich - sehr gut geschrieben und spannend. Nun habe ich noch mehr Lust auf das Thema bekommen! Um ein wenig auf den Inhalt einzugehen:
Geier behandelt die Beziehung Russlands und Europas vom 10. Jhd bis zum Ende des 20. Jhds. In der Einleitung spricht er von der Trennung Europas bereits durch die Spaltung der Orthodoxen und Katholischen Kirche. Dabei wird u.a Polen und Ungarn eine besondere Rolle in dieser Beziehung eingeräumt. Bis zum 10. Jhd. handelte es sich also eindeutig um ein getrenntes Europa, das abendländische (Alte Europa) und das morgenländische (Neue Europa) mit Zentrum Byzanz. In den Jahrhunderten nach dem 10. Jhd. entwickelte sich das heutige Russland aus der Kiewer Russ. Für die damaligen Westeuropäer ein unbekanntes Territorium, das es zu erforschen halt. Davon zeugen noch heute zahlreiche Reiseberichte aus dem 16. und 17. Jhd. Die Europäisierung Russland begann im 18. Jhds. Das ist bei Geier Kapitel 2, ab S. 77. Und hier setzt auch meine Arbeit an, ohne jedoch die frühere Geschichte komplett außer Acht zu lassen (diese werde ich wohl in einem ausführlichen Vorwort behandeln). "Rußland und Europa" ist ein sehr gutes Überblickswert, doch was es wirklich wertvoll macht sind seine reichhaltigen Quellenangaben, die tw. schon bibliographische Züge tragen (vg. Vorwort). Darunter auch Verweise auf unzählige Primärquellen wie Zitate berühmter Russen und Westeuropäer zum Thema Russland und Europäische Einheit, Verträge wie die Pax Rossica und Berichte von reisenden Zeitgenossen die wohl einen ganz besonderen Blick auf das russisch-europäische Verhältnis ermöglichen.
Hier ein kleiner Überblick über die Literaturhinweise:
Danilewsky N, Russland und Europa. Eine Untersuchung über die kulturellen und politischen Beziehungen der slawischen zur germanisch-romanischen Welt (Stuttgart 1920), Osnabrück 1965
Masaryk, T: Russland un Europa. Studien über die geistigen Strömungen in Russland, Jena 1913; einige der hier entwickelten Auffassungen erschienen erneut, teilweise verändert in Masaryk, T.: Das neue Europa. Der slawische Standüunkt (Nova Europa, Prag 1920), Berlin 1991
Harvest H: Massloses Russland. Selbstbezichtigungen und Bezichtigungen. Russisches Leben, Zurüch 1949 (Primärquellen!!)
Tschischewskij, D,; Groh, D. (Hrsg.): Europa und Russland. Texte zum Problem des westeuropäischen und russischen Selbstverständnisses, Darmstadt 1959 (Primärquellen!)
Summer, B.: Russland und Europa. Aus: Oxford slavonic Papers II, in: Tschischewskij, D.; Groh, D. (Hrsg.): Europa und Rußland
Davydov, J.; Geadenko, P.: Rußland und der Westen. Heidelberger Max-Weber Vorlesungen 1992, Frankfurt am Main 1995
Wegner, M.; Remer, C., Heselschneider, E.: Russland und Europa. Historische und kulturelle Aspekte eines Jahrhundertproblems, Leipzig 1995
Die Anzahl der Quellen lässt mich natürlich mit einem weinenden und lachenden Auge zurück. Auf der anderen Seite gibt sie mir auch die Möglichkeit mit auf bestimmte Themengebiete zu fokussieren. Zumindest spiele ich mit dem Gedanken. Folgendes Unterthema würde sehr interessant klingen:
Der russische Panslawismus und seine Idee vom vereinten Europa.
Gleich das erste Werk Russland und Europa - "Studien zur russischen Deutschlandpolitik in der Zeit des Wiener Kongresses" von Ulrike Eich war eine herbe Enttäuschung. Denn der Untertitel spiegelt den Inhalt des Werkes - zu meinem Nachteil - recht präzise wieder und ist in diesem Detailgehalt für meine Überblicksarbeit kaum brauchbar.
Kaum zu glauben, das zweite Buch mit selbigem Titel "Rußland und Europa" von Wolfgang Geier ist genau das Gegenteil von Eichs Werk (eine Diss übrigens). Hier habe ich absolut ins Schwarze getroffen. Was mir noch einmal vor Augen führt welche zentrale Rolle Quellen in der wissenschaftlichen Arbeit überhaupt spielen. Seine Arbeit ist außerdem nicht nur sehr brauchbar, sondern - für ein wissenschaftliches Werk nicht unbedingt selbstverständlich - sehr gut geschrieben und spannend. Nun habe ich noch mehr Lust auf das Thema bekommen! Um ein wenig auf den Inhalt einzugehen:
Geier behandelt die Beziehung Russlands und Europas vom 10. Jhd bis zum Ende des 20. Jhds. In der Einleitung spricht er von der Trennung Europas bereits durch die Spaltung der Orthodoxen und Katholischen Kirche. Dabei wird u.a Polen und Ungarn eine besondere Rolle in dieser Beziehung eingeräumt. Bis zum 10. Jhd. handelte es sich also eindeutig um ein getrenntes Europa, das abendländische (Alte Europa) und das morgenländische (Neue Europa) mit Zentrum Byzanz. In den Jahrhunderten nach dem 10. Jhd. entwickelte sich das heutige Russland aus der Kiewer Russ. Für die damaligen Westeuropäer ein unbekanntes Territorium, das es zu erforschen halt. Davon zeugen noch heute zahlreiche Reiseberichte aus dem 16. und 17. Jhd. Die Europäisierung Russland begann im 18. Jhds. Das ist bei Geier Kapitel 2, ab S. 77. Und hier setzt auch meine Arbeit an, ohne jedoch die frühere Geschichte komplett außer Acht zu lassen (diese werde ich wohl in einem ausführlichen Vorwort behandeln). "Rußland und Europa" ist ein sehr gutes Überblickswert, doch was es wirklich wertvoll macht sind seine reichhaltigen Quellenangaben, die tw. schon bibliographische Züge tragen (vg. Vorwort). Darunter auch Verweise auf unzählige Primärquellen wie Zitate berühmter Russen und Westeuropäer zum Thema Russland und Europäische Einheit, Verträge wie die Pax Rossica und Berichte von reisenden Zeitgenossen die wohl einen ganz besonderen Blick auf das russisch-europäische Verhältnis ermöglichen.
Hier ein kleiner Überblick über die Literaturhinweise:
Danilewsky N, Russland und Europa. Eine Untersuchung über die kulturellen und politischen Beziehungen der slawischen zur germanisch-romanischen Welt (Stuttgart 1920), Osnabrück 1965
Masaryk, T: Russland un Europa. Studien über die geistigen Strömungen in Russland, Jena 1913; einige der hier entwickelten Auffassungen erschienen erneut, teilweise verändert in Masaryk, T.: Das neue Europa. Der slawische Standüunkt (Nova Europa, Prag 1920), Berlin 1991
Harvest H: Massloses Russland. Selbstbezichtigungen und Bezichtigungen. Russisches Leben, Zurüch 1949 (Primärquellen!!)
Tschischewskij, D,; Groh, D. (Hrsg.): Europa und Russland. Texte zum Problem des westeuropäischen und russischen Selbstverständnisses, Darmstadt 1959 (Primärquellen!)
Summer, B.: Russland und Europa. Aus: Oxford slavonic Papers II, in: Tschischewskij, D.; Groh, D. (Hrsg.): Europa und Rußland
Davydov, J.; Geadenko, P.: Rußland und der Westen. Heidelberger Max-Weber Vorlesungen 1992, Frankfurt am Main 1995
Wegner, M.; Remer, C., Heselschneider, E.: Russland und Europa. Historische und kulturelle Aspekte eines Jahrhundertproblems, Leipzig 1995
Die Anzahl der Quellen lässt mich natürlich mit einem weinenden und lachenden Auge zurück. Auf der anderen Seite gibt sie mir auch die Möglichkeit mit auf bestimmte Themengebiete zu fokussieren. Zumindest spiele ich mit dem Gedanken. Folgendes Unterthema würde sehr interessant klingen:
Der russische Panslawismus und seine Idee vom vereinten Europa.
michael.h - 8. Nov, 13:47
Martin23 - 14. Nov, 11:32
Dann legen Sie den Schneeball doch einfach in die Sonne! Das letztgenannte Unterthema reicht doch völlig aus oder verdient sogar noch ein wenig Sonne! In Vertretung von W. S. martin gasteiner
Schmale - 14. Nov, 19:03
Schmale
Die von Ihnen angedachte Zuspitzung des Themas kann sehr gut funktionieren. Dieser lange Blogeintrag vom 8.11. ist außerordentlich wichtig, Sie haben ganz wesentliche Schritte vorwärts im Arbeitsprozess gemacht!